Grow Room HVACD: Eine intelligentere Klimatisierungslösung für kommerzielle Grower
Aktualisiert: 13. Jan. 2026 · 6 Min. Lesezeit
HVAC-Systeme sind den meisten Menschen nicht unbekannt. Wie der Name schon sagt, handelt es sich um Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen. Kommerzielle HVAC-Systeme werden häufig in großen Gebäuden wie Hotels und Bürohochhäusern eingesetzt. Im Laufe der Zeit wurden diese bewährten Systeme auch auf neue Bereiche übertragen – zum Beispiel auf den kommerziellen Cannabisanbau.
Obwohl traditionelle HVAC-Systeme in der Regel eine Entfeuchtungsfunktion beinhalten, erfüllen sie nicht den entscheidenden Entfeuchtungsbedarf, der nötig ist, um Pflanzen in Indoor-Growräumen gesund zu halten. Um die Bedeutung der Entfeuchtung bei der Auswahl von Systemen stärker hervorzuheben, verwenden immer mehr Klimaexperten und Grower heute den Begriff HVACD – das steht für Heating, Ventilation, Air Conditioning und Dehumidification (Heizen, Lüften, Klimatisieren und Entfeuchten).

Forum-Diskussion über Empfehlungen für HVAC-Systeme
Auf Social-Plattformen wie Reddit sieht man oft Grower mit Fragen wie:
„Mein Schwiegervater betreibt eine Indoor-Cannabisfarm und erweitert in ein neues Gebäude mit 4000 sq ft. Jeder Grow-Raum wird etwa 180k BTU Last haben. Wir müssen die Feuchtigkeit entfernen, die Wärme der Lampen ausgleichen und Frischluft einbringen. Aktuell laufen zwei Turbinenlüfter für Frischluft, drei Mini-Splits fürs Kühlen und separate Entfeuchter. Gibt es für das neue Gebäude bessere Optionen?“
Einige Nutzer antworteten:
„Wenn das ein ‘Hobby’ ist, sind Mini-Splits ‘okay’. Wenn es aber professionell ist, würde ich empfehlen, so ein kleines Gerät von Agronomic IQ zu testen. Je mehr ich darüber lese, desto mehr merke ich, wie extrem sensibel die Umgebung für diese Pflanzen ist.“
„Schau dir Cultvia-Systeme an – HVAC-Systeme für Indoor-Agriculture. Es gibt sicher noch mehr Anbieter in dem Bereich, aber mit diesem kenne ich mich ein bisschen aus.“
Aus solchen Gesprächen sieht man: Die meisten Grower denken beim Klima-Setup zuerst klassisch – Mini-Splits plus Standalone-Entfeuchter. Aber sobald die Anbaufläche größer wird oder Temperatur und Luftfeuchte dauerhaft stabil sein müssen, stößt man schnell an die Grenzen traditioneller Setups. Genau deshalb rückt Grow Room HVACD in den Fokus: Es kombiniert die Funktionen eines klassischen HVAC-Systems und eines Entfeuchters – mit deutlich höherer Entfeuchtungsleistung.
Mit anderen Worten: Wir bestreiten nicht, dass Mini-Splits oder separate Entfeuchter funktionieren können. Aber wenn das Ziel eine ertragreiche, steuerbare und energieeffiziente Grow-Umgebung ist, ist ein Grow Room HVACD ganz klar die bessere Wahl.

Traditionelle HVAC-Systeme vs. integrierte HVACD-Systeme
Im vorherigen Abschnitt haben wir erwähnt, dass viele Grower nach und nach die Grenzen traditioneller HVAC-Setups im Grow feststellen. Diese Sichtweise wird zusätzlich durch einen Bericht mit dem Titel The Cultivation HVACD System Comparison Study gestützt, durchgeführt von Anvil Agronomics, Zartarian Engineering und Anderson Porter Design.

Die Studie verglich drei Systeme hinsichtlich Energieeffizienz, Regelungsniveau sowie Temperatur- und Feuchtestabilität:
System 1: Acht 4-Ton ductless Decken-evaporators mit Remote-Kondensatoren für die sensible Last, plus sieben Standalone-Entfeuchter mit 706 Pint (82°F / 58% RH) zur Entfernung der latenten Last.
System 2: Vier 8-Ton VRF Split Fan Coils mit passenden Remote-Kondensatoren für die sensible Last und sieben 710-Pint-Entfeuchter zur Kontrolle der latenten Last.
System 3: Zwei 20-Ton Package Integrated HVACD-Einheiten mit vollständigen Reheat-Coils und der Fähigkeit, das sensible heat ratio zu variieren.
Die Ergebnisse zeigen: Das VRF-Split-System verbraucht am meisten Energie – etwa 626.836 kWh pro Jahr. Das integrierte HVACD-System verbraucht am wenigsten – ungefähr 14% weniger als das ductless Split-Setup und 16% weniger als das VRF-System. Auch wenn VRF- und kleine ductless Systeme für sich genommen effizienter sind, sind sie auf weniger effiziente Standalone-Entfeuchter angewiesen – und das erhöht den Gesamtverbrauch.

Die Studie verglich außerdem die Performance in zwei realen Growräumen.
- 1, Ein Growraum mit 720 sq ft nutzte Mini-Splits mit Standalone-Entfeuchtern. Die Temperatur schwankte um ±2,5°F, die Luftfeuchte um ±10% RH. Das System schaltete sehr häufig, und Temperatur- und Feuchteregelung beeinflussten sich gegenseitig. Pflanzen wuchsen ungleichmäßig, waren anfälliger für Mehltau, und Ertrag sowie Qualität sanken deutlich.
- 2, Ein anderer Growraum mit 3.456 sq ft nutzte eine einzige integrierte HVACD-Einheit. Die Temperatur schwankte weniger als ±1°F, die Luftfeuchte etwa ±2,5% RH. Die Umgebung war stabil, Pflanzen wuchsen gesünder, und Ertrag sowie Profit stiegen deutlich. Zudem war die Regelung einfacher und es wurden weniger Geräte benötigt.
Diese Ergebnisse liefern Daten, die die Erfahrungen von Growern stützen, und wissenschaftliche Hinweise auf die Vorteile von Grow Room HVACD. HVACD erfüllt die hochpräzisen Umweltanforderungen moderner kommerzieller Growräume und passt zu Trends rund um Energieeffizienz und Nachhaltigkeit.
Auf Basis dieser Erkenntnisse analysiert der nächste Abschnitt genauer, warum Grow Room HVACD traditionelle Systeme bei Temperatur-/Feuchteregelung und Energieeffizienz übertrifft.




Grad der Temperatur- und Feuchteregelung
Konventionelle Systeme für Haushalt und Gewerbe wurden für Wohnhäuser sowie Retail-Flächen entwickelt. Sie dienen dazu, die Temperatur in Innenräumen zu regeln (mit nur moderater Unterstützung bei der Luftfeuchte). Temperatur- oder Feuchteänderungen sind im Wohnbereich meist kein großes Problem. Für die sensiblen Umweltanforderungen von Pflanzen in kommerziellen Growräumen reicht dieser Regelungsgrad jedoch nicht aus.
Beim Indoor-Anbau variieren Wärme- und Feuchtelasten je nach Lichtzyklus. Grow-Lampen und Maschinen erzeugen tagsüber viel Wärme. Das HVAC-System läuft 24/7, um zu kühlen und zu entfeuchten. Nachts sinkt die Wärmelast, wenn das Licht ausgeht. Bei traditionellen Systemen gilt oft: Sobald die voreingestellte Temperatur erreicht ist, stoppen sie. Die Temperatur ist dann zwar „cool“, aber die Pflanzen transpirieren weiter und geben Wasser an die Luft ab – die Luftfeuchte steigt. Da die Klimaanlage im OFF-Zustand ist, stoppt auch die Entfeuchtung, und die Feuchte lässt sich nicht effizient steuern. Das führt zu sehr häufigen Temperatur- und Feuchteschwankungen.
Diese Schwankungen stören das VPD-Gleichgewicht. Sie reduzieren Transpiration und Nährstoffaufnahme und senken dadurch die Photosynthese-Effizienz, die Qualität sowie den Ertrag.
HVACD-Systeme sind All-in-One-Lösungen für den kommerziellen Anbau – speziell fürs Growing entwickelt. Sie vereinen Kühlung, Heizung und Lüftung, und setzen Entfeuchtung als Hauptaufgabe.
Das System kann 24/7 laufen und automatisch die Modi für verschiedene Wachstumsphasen umschalten. Tagsüber fokussiert es auf Kühlen und Entfeuchten. Nachts stabilisiert es das Klima durch Entfeuchtung und Temperaturregelung.
Diese feinere Regelung hält Temperatur und Feuchte konstant, sichert optimales VPD über den gesamten Zyklus und führt zu höherer Produktion, besserer Qualität und planbareren Gewinnen.
Energieverbrauch
In Growräumen ist der Energieverbrauch fast immer der größte Teil der Betriebskosten. Für die meisten Grower liegen Stromkosten – besonders für HVAC – meist direkt hinter Personalkosten. Traditionelle HVAC-Systeme sind nicht für Grow-Umgebungen ausgelegt. Sie müssen oft mit Standalone-Entfeuchtern kombiniert werden, um Temperatur und Luftfeuchte gleichzeitig zu steuern.
Diese Kombination ist häufig ineffizient. Die Split-Klimaanlage kühlt, während ein Standalone-Entfeuchter bei Betrieb Wärme abgibt – das hebt einen Teil der Kühlung wieder auf. Der ständige „Kampf“ zwischen beiden zehrt Energie und verursacht regelmäßige Temperatur- und Feuchteschwankungen. Das erhöht die Last und treibt die Energiekosten hoch.
Grow Room HVACD kann Wärme aus dem Kälteprozess zurückgewinnen und entfeuchtete Luft wieder aufheizen (Reheat), um Überkühlung zu vermeiden und die Growraum-Temperatur während der Entfeuchtung stabil zu halten. Die Hot-Gas-Reheat-Technologie fängt die bei der Entfeuchtung entstehende Wärme ab und nutzt sie, um die gekühlte, trockene Luft vor der Rückführung in den Growraum wieder zu erwärmen. Dadurch wird zusätzlicher Heizenergiebedarf minimiert, während Temperatur und Feuchte im idealen Gleichgewicht bleiben.
Außerdem ist die Heizleistung bei HVACD quasi „kostenlos“. Sie stammt aus überschüssiger Wärme, die während der Entfeuchtung entsteht, und kann zusätzliche Heizenergie reduzieren. Mit Hot Gas Reheat bietet das System eine präzise Konditionierung und senkt Energieverbrauch sowie Betriebskosten. Grower profitieren so von Energieeffizienz und Nachhaltigkeit.
Fazit
Aus der obigen Bewertung lässt sich erkennen, dass Grow Room HVACD herkömmlichen HVAC-Systemen überlegen ist. Es folgt den Wachstumsanforderungen der Pflanzen deutlich näher und verschwendet weniger Energie. In Kombination mit einer intelligenten Steuerstrategie kann es Temperatur und Luftfeuchte präzise regeln, Strom sparen und stabil laufen. Damit erhalten kommerzielle Grower eine besser handhabbare, bezahlbare und konstante Klimatisierungslösung.
FAQ 1: Was ist der Unterschied zwischen traditionellem HVAC und HVACD in Growräumen?
Traditionelle HVAC-Systeme sind für menschlichen Komfort ausgelegt und konzentrieren sich hauptsächlich auf die Temperatur, mit nur begrenzter Feuchteregelung. In Growräumen kann die Luftfeuchte schnell ansteigen, wenn das Licht ausgeht. Traditionelle Systeme stoppen oft, sobald die Temperatur erreicht ist – das führt zu instabilem VPD, Schimmelrisiken und ungleichmäßigen Erträgen.
HVACD-Systeme integrieren Kühlung, Heizung, Lüftung und gezielte Entfeuchtung. Sie können kontinuierlich laufen und Temperatur sowie Luftfeuchte Tag und Nacht automatisch ausbalancieren – genau die Präzision, die im kommerziellen Pflanzenanbau nötig ist.
FAQ 2: Warum wechseln Grower von Mini-Splits + Standalone-Entfeuchtern zu HVACD-Lösungen?
Mini-Splits plus Standalone-Entfeuchter können bei kleinen oder Hobby-Setups funktionieren, aber bei großen, kommerziellen Anlagen geraten sie oft an Grenzen. Separate Systeme arbeiten häufig gegeneinander: Die Klimaanlage kühlt, während der Entfeuchter Wärme abgibt – das erhöht Energieverluste und verstärkt Klimaschwankungen.
HVACD-Systeme liefern bessere Klimakontrolle, Effizienz und Automatisierung – dadurch werden Pflanzen gesünder, Erträge steigen, Betriebskosten sinken, und es gibt weniger Geräte, die gewartet werden müssen.
FAQ 3: Sind HVACD-Systeme energieeffizienter als VRF- oder Split-Systeme?
Ja. Studien zeigen, dass integrierte HVACD-Systeme in kommerziellen Anbauumgebungen 14%–16% weniger Energie verbrauchen können als ductless Split- und VRF-Systeme.
Der Grund: HVACD-Einheiten gewinnen die bei der Entfeuchtung entstehende Wärme zurück und nutzen sie für Reheat bzw. Temperaturausgleich. Das reduziert die Kompressorlast und vermeidet den Energiekonflikt, der bei Setups mit separater Klimaanlage und separater Entfeuchtung entsteht.
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